Immobilienfinanzierung

Das eigene Heim ist Wunsch vieler Familien. Allerdings ist eine derartige Investition mit langfristigen Konsequenzen verbunden. Um dabei böse Überraschungen zu vermeiden und die persönlich günstigste Form der Finanzierung abzuschließen, muss vorab gründlich recherchiert werden.

Tatsächlich entsteht Bedarf für eine Immobilienfinanzierung erst dann, wenn das passende Objekt gefunden ist, denn Größe, Grundstück und dessen Lage, Raumaufteilung und verständlicherweise auch der Preis müssen den Vorstellungen der Familie entsprechen. Sind alle Faktoren stimmig, heißt der nächste Schritt zum Eigenheim Immobilienfinanzierung. Im Normalfall setzt sich der benötigte Betrag aus zwei Komponenten zusammen, und zwar dem Eigenkapital sowie dem Hypothekendarlehen. Letzteres ist Fremdkapital, dessen Zinssatz für überwiegend 5, 10 oder 15 Jahre fest vereinbart wird. Dies gibt dem angehenden Hauseigentümer ein Quäntchen Sicherheit, denn die Belastung ist für diesen Zeitraum überschaubar.
Allerdings gibt es auch hier eine Ausnahme, den so genannten variablen Kredit. Sein Anteil an der Gesamtfinanzierung sollte jedoch 30 Prozent nicht überschreiten. Variable Zinssätze sind abhängig von der Situation auf dem Kapitalmarkt, so dass eine Finanzierung damit riskant ist. Dafür sind sie zumindest in der Anfangszeit wesentlich - und zwar zwischen 1,5 bis 2 Prozent - günstiger als feste Zinssätze. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass kaum ein seriöses Kreditinstitut variable Zinssätze mit fairen Konditionen anbietet. Eine gewisse Sicherheit lässt sich hier jedoch einbauen, nämlich der so genannte Drei- oder Sechs-Monats-Euribor als Grundlage für den zu berechnenden Zins. Gemeint ist damit zunächst der durchschnittliche Zinssatz, den die Banken europaweit verwenden, wenn sie sich für ein Viertel- oder Halbjahr untereinander Geld leihen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt eine erneute Bestimmung des variablen Zinssatzes. Zu diesem Referenzzins, welcher derzeit etwa 2 Prozent beträgt, werden etwa 1 bis 1,5 Prozent hinzugerechnet. Einen weiteren Sicherheitspuffer kann man durch die Vereinbarung einer Begrenzung beim Zinsanstieg erzielen, wodurch allerdings weitere Kosten entstehen. Vorteilhaft sind beim variablen Kreditzins neben der hohen Flexibilität die kurze Kündigungsfrist von drei Monaten sowie die Möglichkeit, ganz nach Belieben Sondertilgungen vornehmen zu können.

Als Faustregel für die Immobilienfinanzierung gilt, dass etwa 20 bis 30 Prozent des gesamten Finanzbedarfes als Eigenkapital vorhanden sein sollten. Die bisherige Eigenheimzulage gibt es nicht mehr, dafür jedoch in einigen Bundesländern die Möglichkeit, über besondere Förderprogramme und die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW) günstige Immobilienkredite zu erhalten. Notfalls muss man seine Vorstellungen heruntersetzen und auf das eine oder andere Extra verzichten.

Aktuell sind die Zinsen für einen Immobilienkredit noch besonders günstig, so dass es durchaus eine Option sein kann, die Niedrigzinsphase durch die Aufnahme eines Volltilgerdarlehens auszunutzen. Die Belastung bleibt stets gleich und ist somit kalkulierbar. Andererseits kann ein erforderlicher vorzeitiger Verkauf des Objektes hohe Kosten verursachen und eine Sondertilgung zur Senkung der Darlehenssumme ist im Normalfall nicht möglich.